Sachstandsmitteilung AVUS - Lärmschutz

 

- Die Bürgerinitiative erreicht im Jahr 2002 die Geschwindigkeitsreduzierung von 80 auf 60 km/h auf der AVUS BAB A115 in dem Abschnitt Kreuz Zehlendorf–Spanische Allee.

- Die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h bewirkte für die Anwohner eine deutlich spürbare Verringerung der Lärmbelastung.

- Klage gegen Tempo 60 vor dem VG Berlin (Unterstützung des ADAC)

- Das Verwaltungsgericht Berlin erklärt im April 2003 die Einführung von Tempo 60 für verfahrensfehlerhaft und damit rechtswidrig. Die tatsächliche Lärmbelastung soll nicht ausreichend ermittelt worden sein und die Frage, ob eine Geschwindigkeitsreduzierung ein geeignetes Mittel zur Lärmsenkung sei, soll nicht ausreichend dargelegt worden sein.

- Die Senatsverwaltung entschließt sich nach Abstimmung mit der Bürgerinitiative und deren Anwalt, auf die Einlegung von Rechtsmitteln gegen das Urteil zu verzichten und stattdessen das Verfahren nochmals durchzuführen.

- Ca. 1000 Anwohner (und damit fast alle) bestätigten schriftlich, dass die Geschwindigkeitsreduzierung auf 60 km/h ein geeignetes Mittel zur Lärmreduzierung war.

- Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung errechnete Lärmwerte nach der Richtlinie RLS90. An mehreren Punkten wurden Lärm-Mittelwerte von bis zu 75 dBA tagsüber und 69 dBA nachts errechnet. Sämtliche existierende Lärmgrenzwerte werden damit signifikant überschritten.

- Für eine Geschwindigkeitsreduktion von 80 auf 60 km/h wurde eine Lärmpegelminderung von 2 dBA errechnet.

- Mehrere führende Professoren aus den Bereichen Verkehrstechnik und Lärmforschung bestätigten in schriftlichen Stellungnahmen, dass eine Lärmreduktion um 2 dBA deutlich hörbar sei und die Lärmbelastung spürbar verringert wird.

- Das Umweltbundesamt veröffentlicht eine wissenschaftliche Studie, nach der die These, dass Pegeländerungen erst ab 3 dBA hörbar seien, nicht mehr haltbar ist. Vielmehr können auch schon Pegelminderungen von 1,5 dBA (und weniger) die Lärmbelastung verringern.

- Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung zieht bauliche Maßnahmen in Form von einer bzw. mehreren Lärmschutzwänden einer Geschwindigkeitsbegrenzung vor und lässt ein Gutachten erstellen, in dem mögliche Baumaßnahmen ermittelt werden sollen. Finanzielle Mittel für die Baumaßnahme sollen vorhanden sein. Sollte sich eine Baumaßnahme, deren Beginn für das Frühjahr 2005 angekündigt wurde, nicht kurzfristig realisieren lassen, wurde die Wiedereinführung der Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h in Aussicht gestellt.

- In dem Gutachten werden keine umfassenden Sanierungsmaßnahmen für den AVUS–Abschnitt erörtert und geprüft. Es wird keine Prüfung vorgenommen, welche baulichen Maßnahmen für einen effektiven Lärmschutz der Anwohner erforderlich seien, sondern es werden einzelne bauliche Maßnahmen isoliert auf ihre Kosten und deren Auswirkungen hin untersucht. Im Ergebnis wurde jeweils festgestellt, dass passive Schallschutzmaßnahmen in Form von Schallschutzfenstern weitaus kostengünstiger als bauliche aktive Schallschutzmaßnahmen seien und damit vorzuziehen wären. Eine Kostenerstattung von 75 % wird für betroffene Anwohner angeboten. Von einer Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 km/h und den lärmbelasteten schützenswerten Außenbereichen ist keine Rede mehr.

- Ende November 2005 wurde eine eine Unterschriftenaktion gestartet, die sich an die Bewohner der vom Avuslärm besonders betroffenen Gebiete in Nikolassee und Schlachtensee wendete.

- Auf einer Bürgerversammlung am 28. Juni 2006 nahmen Experten und Vertreter von Parteien Stellung zu den Forderungen der Bürger. Daraus ergab sich seitens der Vertreter der verschiedenen Parteien ein reger Briefwechsel mit dem Bundesminister für Verkehr sowie der Senatsverkehrsverwaltung. In einem Flugblatt vom September 2006 ist der gegenwärtige Stand zusammengefasst.

– Anfang November 2006 beschlossen CDU und Bündnis 90/Die Grünen in ihrem Vertrag über die Zusammenarbeit in der BVV Steglitz-Zehlendorf unter Punkt 7 die Lärmreduzierung in der AVUS-Kurve bei Nikolassee – angedacht ist die Wiedereinführung der Geschwingkeitsbegrenzung auf 60 km/h – als politisches Ziel.

– Gemeinsam mit der BI Nikolassee, die sich für ortsbildverträgliche Schallschutzmaßnahmen anstelle der von der Bahn geplanten 6 m hohen Eisenbahnmauer einsetzt, wird am 22. April 2010 in der Theaterhalle der Dreilinden-Grundschule eine weitere Bürgerversammlung durchgeführt.

 

Karte, die den problematischen Verlauf der AVUS durch Nikolassee zeigt

 

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