Chronologie der Aktionen und Reaktionen 5

 

Die Tage vor Weihnachten waren mit einer Vielzahl von Kontakten gekennzeichnet, die im Neuen Jahr intensiviert werden.

 

16. Dezember: Der weiter vorn aufgeführte einstimmige Antrag des BVV-Ausschusses für Stadtplanung und Naturschutz wird von der BVV beschlossen. Stadtrat Stäglin ist mit der Umsetzung beauftragt.

 

Am 17. Dezember schrieb uns der Wahlkreisabgeordnete der SPD, Dr. Holger Thärichen, u.a.:

„Auf Nachfrage bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wurde mir leider von dort mitgeteilt, dass man seitens der Senatsverwaltung keinen Einfluss auf die Entscheidung des Eisenbahnbundesamtes hat. Man ist aber sicher, dass alle Alternativen zur geplanten sechs Meter hohen Lärmschutzwand geprüft wurden.

Nach Erfahrungen auf den Teststrecken der Deutschen Bahn sprechen laut Auskunft des Immissionsschutzbeauftragten der Senatsverwaltung betriebstechnische Gründe gegen den Bau einer von Ihnen vorgeschlagenen Mini-Lärmschutzwand. Da eine solche Wand sehr dicht an die Gleise gebaut werden muss, um einen ausreichenden Lärmschutz zu gewährleisten, kommt es häufig zu Problemen bei der Wartung der Gleise. So bleibt zunächst als einzige Möglichkeit, dass Ihre Bürgerinitiative und die Anwohner während des laufenden Planstellungsverfahrens ihre Bedenken zu den Plänen der Bahn äußern. Inwieweit dies jedoch Einfluss auf das Ergebnis der Planfeststellung hat, obliegt zunächst allein dem Eisenbahnbundesamt. ...

Ich kann Ihnen aber versichern, dass ich das Thema auch weiterhin verfolgen werde und versuche, die mir zur Verfügung stehenden Möglichkeiten auszuschöpfen, um Sie in Ihrem Anliegen zu unterstützen.“

 

19. Dezember: Bei einem Treffen mit der Stadträtin für Wirtschaft, Gesundheit und Verkehr, der Nikolasseer Mitbürgerin Barbara Loth, wird die volle Unterstützung seitens des Bezirksamtes Steglitz-Zehlendorf verdeutlicht.

 

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Gleich nach dem Fest erschien am 28. Dezember ein Artikel im Tagesspiegel:

 

Streit um Lärmschutz in Nikolassee

Anwohner wehren sich gegen die Absicht der Bahn, am S-Bahnhof eine etwa sechs Meter hohe und fast 500 Meter lange Lärmschutzwand zu bauen. Das Bezirksamt fürchtet eine Verschandelung des Ortsbildes.

Lieber Lärm als eine Wand. In Nikolassee wehren sich Anwohner gegen die Absicht der Bahn, am S-Bahnhof Nikolassee eine etwa sechs Meter hohe und fast 500 Meter lange Lärmschutzwand auf dem ohnehin bereits drei bis fünf Meter hohen Bahndamm zu bauen, die das denkmalgeschützte Ensemble und das Ortsbild insgesamt verschandeln würde, wie das Bezirksamt von Steglitz-Zehlendorf befürchtet. Auf einer Anwohnerversammlung sprach sich nach Angaben von Frank-Patrick Steckel, der den Widerstand gegen den Mauerbau von Nikolassee mitorganisiert, die Mehrheit dafür aus, lieber den Krach der Züge als die Sicht auf die Wand zu ertragen.
Der Lärmschutz ist erforderlich, weil die Bahn zum Bau neuer Brücken die Konstruktion ändern und die Gleise 60 Zentimeter höher legen will. Weil dies eine „wesentliche Änderung des Bestands“ sei, gelten nach Auskunft der Bahn die aktuellen Lärmschutzrichtlinien, die mit dem Bau der sechs Meter hohen Wand erfüllt werden sollen.
Die Anwohner dagegen wollen, unterstützt vom Bezirksamt, eine andere Lösung, wie es nach Angaben der Technischen Universität möglich ist. Die Bahn setze hier nur auf die billigste Variante, vermutet Steckel. Das Unternehmen lehnte weitere Stellungnahmen ab.                  Klaus Kurpjuweit

 

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29. Dezember: Bei einem Ortstermin signalisieren die CDU-Abgeordneten Michael Braun und Oliver Friedrici volle Unterstützung unserer BI durch ihre Fraktion und unserer Forderung nach einem Votum des  Berliner Abgeordnetenhauses für Ortsbild-erhaltende Lärmschutzmaßnahmen seitens der DB.

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