Chronologie der Aktionen und Reaktionen 6

 

Januar 2010

 

 

Anfrage im Zusammenhang mit dem Schreiben von Dr. Geßner/DB auf Seite IV:

von: Frank-Patrick Steckel
Datum: Mon, 28 Dec 2009 16:24:14 +0100
An: "Rolf.Gessner@deutschebahn.com"

 

Sehr geehrter Herr Geßner -

- welche politischen Anstrengungen müssen wir unternehmen, um die fragliche Strecke zu einer der von Ihnen erwähnten Teststrecken für Lärmdämmung am Gleis zu machen?
Der Umstand, dass, wie Sie schreiben, die ungeliebte 6-Meter-Mauer einen höheren Schallschutz gewährleisten würde, wird durch die hier herrschenden Verhältnisse so stark relativiert - es ist, von anderen Erwägungen einmal abgesehen, vor allem der permanente AVUS-Lärm, den die Mauer wie ein riesiger west-östlicher Reflektor so verstärken würde -, dass der erhöhte Schienenlärmschutz mehr als wett gemacht wird.
Wir gehen davon aus, dass die Minilärmschutzwände, die sich an der TU Karlsruhe in der Entwicklung befinden, aufgrund der Tatsache, dass sie beiderseits der Gleise (in beiden Richtungen) angebracht werden können, auch bei verstärktem Güterzugaufkommen in den kommenden Jahren ausreichenden
Lärmschutz gewährleisten.
Insofern dringen wir darauf, dass die Diskussion (auch im Forschungsverbund) diese Lösung einbezieht - die Unterstützung von Herrn Prof. Hecht haben wir - und würden uns gerne zu einem diesbezüglichen Gespräch bei Ihnen
einfinden.
...

 

Antwort: WG: Kleinstlärmschutzwände [19.1.2010]

Sehr geehrter Herr Steckel,

da die DB AG geplante Schallschutzmaßnahmen aus der Lärmsanierung und oder der Lärmvorsorge an Neu- und Ausbaustrecken planen und umsetzen muss, unterliegt sie bestimmten durch den Gesetzgeber vorgegebenen Ausgangsbedingungen.
Schallschutzmaßnahmen der Lärmvorsorge werden strickt nach 16. BImSchV geplant und umgesetzt. Die Berechnungsgrundlage zur Bewertung der Lärmsituation ist die Schall 03 (1990), in der Maßnahmen wie Schienenstegdämpfer oder "Niedrige Schallschutzwände" als Schallschutzmaßnahmen nicht angesetzt werden können, da diese nicht anerkannt sind. Das Gleiche gilt auch für das freiwillige Lärmsanierungsprogramm an Bestandsstrecken.
Im aufgelegten Konjunkturprogramm geht es vor allem darum solche noch nicht anerkannten Maßnahmen zu testen und zu validieren, damit diese als anerkannte Schallschutzmaßnahmen in die Berechnungs- / Bewertungsgrundlagen eingehen. Dazu werden verschiedene Schallschutzmaßnahmen an ausgewählten Streckenabschnitten eingebaut und auf ihre akustische Wirkung hin untersucht.
An welchen Eisenbahnstreckenabschnitten dies durchgeführt wird und dann auch weitere Maßnahmen im Rahmen des Konjunkturpaketes umgesetzt werden, wird durch Listen des BMVBS festgelegt.
Wie von Ihnen bereits erfolgt, ist die Einbindung des Senats sinnvoll, da es ja die Behandlung von Lärmschutzmaßnahmen nach 16. BImSchV mit entsprechenden Planfeststellungsbeschluss und eventuell um die Einbeziehung der Streckenabschnitte in das Konjunkturprogramm geht. Dazu sollten sie sich zusätzlich an das BMVBS wenden, vielleicht werden dort Möglichkeiten gesehen, die Listen der Streckenabschnitte für Maßnahmen aus dem Konjunkturpaket  fortzuschreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Rolf Geßner
Vorstandsressort Technik, Systemverbund u. Dienstleistungen
Betrieblicher Umweltschutz, Schall- und Erschütterungsschutz (TUM 1)

Deutsche Bahn AG

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Kleine Anfrage des Abgeordneten Oliver Friederici, verkehrspolitischer Sprecher der CDU im Abgeordnetenhaus, vom 27.1.2010:

1. Ist dem Berliner Senat die in der Überschrift erfragte Maßnahme der Deutschen Bahn bekannt?
2. Welche Planungs- und Bauabläufe der Deutschen Bahn sind hierzu dem Berliner Senat bekannt?
3. Ist dem Senat bekannt, dass eine Vielzahl der dort wohnenden Anwohner sehr skeptisch der geplanten bis zu 6 Meter hohen Lärmschutzwand mitten im Ortsbereich von Nikolassee gegenübersteht?
4. Kann der Senat die Bedenken zu 3. verstehen?
5. Sieht der Senat zu 3. Möglichkeiten der Unterstützung der Anwohner?
6. Aus welchem Grunde kann es sein, dass nur einseitig eine wie oben bezeichnete Lärmschutzwand entstehen soll?
7. Ist dem Senat die Lärmschutzmaßnahme des 'Lärmarmen Gleises' bekannt?

Die Antworten finden Sie hier.

 

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Am 28. Januar fand ein erstes Treffen mit Prof. Hohnecker, Uni Karlsruhe, mit Ortsbesichtigung statt.

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